Die wichtigsten Fragen zum Neubau der Rader Hochbrücke

Der Neubau der Rader Hochbrücke ist – neben dem Fehmarn-Belt-Tunnel – eines der größten Bauprojekte, die in Schleswig-Holstein in den nächsten Jahren anstehen. Die 1498 m lange Brücke über den Nord-Ostsee-Kanal hat eine Höhe von bis zu 49 m und eine Durchfahrtshöhe für Schiffe von 42 m. Bis 2029 soll der Neubau abgeschlossen sein. In diesem Beitrag beantworten wir die wichtigsten Fragen zum Neubau der Brücke.

Warum muss die Rader Hochbrücke erneuert werden?

Die Rader Hochbrücke wurde von 1969 bis 1972 erbaut, aktuell fahren täglich ca. 54.000 Fahrzeuge darüber. Bis ins Jahr 2030 soll sich der Verkehr auf 61.900 Fahrzeuge pro Tag steigern. Schon 2013 gab es gravierende Schädigungen an den Pfeilerköpfen, die repariert wurden.

Schon damals ergaben Untersuchungen allerdings, dass die Brücke nur noch bis 2026 hält. Und auch das nur dank eines Tempolimit, Überholverbots, Mindestabstands für Lkw über 7,5 Tonnen sowie einer Sperrung beider Seitenstreifen und Gewichtsbeschränkungen für den Schwerlastverkehr. Bis 2026 muss deshalb ein Ersatzneubau errichtet werden.

Die Rader Hochbrücke heute – Foto: deges.de

Ist die alte Brücke während der Bauzeit befahrbar?

Die Antwort lautet: Ja! Denn die Bauarbeiten sollen bei laufendem Verkehr stattfinden. Auch während der Bauzeit stehen zwei Fahrstreifen je Fahrtrichtung zur Verfügung. Natürlich kann es kurzzeitig auch mal zu Verkehrseinschränkungen kommen, es wird aber keine größeren Umleitungen geben.

Warum dauert der Neubau so lange?

Die Vorbereitungen für den Bau laufen seit Februar 2022. Der eigentliche Brückenbau beginnt im Jahr 2023, 2026 ist die erste Hälfte des Naubaus abgeschlossen. Danach folgen der Abriss der alten Brücke und der Neubau der zweiten Brückenhälfte.

Dadurch, dass der Verkehr auch während des Baus weiterläuft und auch Ruhezeiten eingehalten werden müssen, um Anwohner und Umwelt zu schonen, geht es nicht ganz so rasant voran wie vielleicht von manch einem gewünscht. Auch ein paralleler Bau der beiden Brückenhälften ist nicht möglich, weil der zweite Teil im Bereich der alten Brücke errichtet wird. Somit ist eine Gesamtbauzeit von 2022 bis 2029 vorgesehen.

So soll die neue Brücke aussehen – Visualisierung: deges.de
So soll die neue Brücke aussehen – Visualisierung: deges.de

Was kostet der Neubau der Brücke?

Ursprünglich waren ca. 385 Mio. Euro eingeplant. Durch aktuelle Preissteigerungen, wird der Bau aber in jedem Fall noch teuerer.

Wie sehr wird die Umwelt durch den Bau belastet, welchen Ausgleich gibt es?

Die neue Rücke wird in jede Richtung durch eine dritte Fahrspur erweitert, dadurch müssen die Böschungen – vor allem auf der Ostseite – verbreitert werden. Die neu entstehende Autobahnböschung wird aber später wieder bepflanzt.

Rund um den Rader Friedhof nimmt forstet das Bauunternehmen neu auf. Nordöstlich der Anschlussstelle Rendsburg-Büdelsdorf wird eine 6,3 ha große landwirtschaftliche Fläche in Grünland umgewandelt und nicht mehr landwirtschaftlich genutzt. Darüber hinaus entstehen neue Knicks, Feldhecken und ein Kleingewässer.

Weitere Infos und Antworten gibt es auf der Homepage des ausführenden Bauunternehmens Deges.

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