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Vom Pferdemädchen zur Robbenflüsterin

Oder besser die Geschichte von einer Regenwurmaufsammlerin zu einer Meeresbiologin. Schon als kleines Kind war ich von Tieren besessen. Ich wollte alles über sie wissen und lag meinen Eltern, leider vergebens, jahrelang in den Ohren, dass ich unbedingt ein Haustier haben wolle. Alles, was so kreucht und fleucht, wurde von mir unter die Lupe genommen und erst wieder ausgesetzt, wenn Mama es wirklich nicht mehr in der Wohnung sehen wollte. Zurückblickend kann ich sagen, dass genau dieses abweisende Verhalten meiner Eltern mich dazu gebracht hat, Tiere als das Nonplusultra zu sehen.

Das Glück der Erde und der Tierarzt-Traum

Nachdem ich aus dem Schnecken- und Regenwurm-Alter heraus war, wurde ich wie knapp 99 Prozent aller Mädchen ein Pferdenarr. Das weinerliche Nachfragen nach Haustieren hatte ich zu dieser Zeit erst einmal beiseitegelegt. Aber was nicht Zuhause wohnen darf, kann man doch wenigstens woanders lieb haben. Im Großen und Ganzen hieß das für mich 7 Jahre wöchentlicher Reitunterricht.

Passend zu meiner Passion für Tiere wollte ich natürlich… Tierärztin werden. Nach harten Jahren an den Schulen, und das teilweise sogar mit Bestnoten im Jahrgang, hatte mich die Realität nach dem Abitur leider eingeholt und ein Veterinäramtsstudium war mir leider nicht vergönnt. Nach Jahren mit der festgesetzten Vorstellung vom Traumberuf geriet ich für kurze 5 Minuten in Panik und wusste nicht mehr, was ich mit meinem Leben anstellen soll…. Ich und keine Tierärztin…. unmöglich. Aber naja, die Panik hatte sich gelegt und ich wurde an 8 Universitäten für das Biologiestudium angenommen. Nach einigem Hin und Her habe ich mich für die Universität zu Köln entschieden. Ein nagelneu errichtetes Biozentrum konnte doch nicht allzu verkehrt sein, oder?!

Blauer Himmel, Strand und Meer; hier müsste man Robbe sein! – Foto: © Annika Toth

Blauer Himmel, Strand und Meer; hier müsste man Robbe sein! – Foto: © Annika Toth

Ohne Fleiß kein Preis, aber die Mühe lohnt sich

Die 6 Semester waren eine laaaange und holprige Achterbahnfahrt der Gefühle. Viele nette Menschen kennengelernt, viel Interessantes erlebt und erlernt, aber es gab auch die Momente, und mit Momenten meine ich jegliche Form von Chemie (Organische Chemie, Anorganische Chemie und Biochemie) und Physik, da wollte ich mein Studium einfach nur noch hinschmeißen und einen „vernünftigen“ Beruf erlernen. Naja, ohne Tiefen kann es kein Hoch geben. Also Krone richten und weitermachen.

Kurz vor dem Ende meines Bachelorstudiums musste ich mir darüber klar werden, wie es für mich weitergehen sollte… Einen Beruf einschlagen oder weiterstudieren? Wenn man sich einmal an den Stress eines Studiums gewöhnt hat, mag man ihn irgendwo auch nicht mehr missen. Also stand die Entscheidung fest, ein Masterstudium musste her.

Nach 23 erfolgreich überstandenen Jahren meines Lebens kommt nun der Punkt, warum ich überhaupt diesen Blog-Beitrag schreiben darf. Aber bevor ich mit dem „Wieso Weshalb Warum“ anfange, muss ich einen kleinen Umweg über Italien gehen und wieder einmal meinen Eltern die Schuld in die Schuhe schieben.

Der respektvolle Umgang mit Robben sollte schon den kleinsten Erdenbürgern beigebracht werden. – Foto: © Annika Toth

Der respektvolle Umgang mit Robben sollte schon den kleinsten Erdenbürgern beigebracht werden. – Foto: © Annika Toth

Was Schnorcheln in Italien mit Dänemark zu tun hat

Als Ruhrpottkind wurde jeglicher Urlaub im wunderschönen Sauerland, genauer gesagt in Winterberg, verbracht. Wie der Name schon sagt, ist es so ungefähr das genaue Gegenteil von Meer, Strand und Meeresrauschen. Um diese Meeres-Defizite auszugleichen, war ich schon immer eine kleine Wasserratte und fühlte mich umgeben von Wasser am wohlsten. Ein Jahr vor meinem Uni-Abschluss entschied ich mich also, für 2 Monate nach Italien zu gehen und dort im Institut für marine Biologie ein bisschen Meeresbiologen-Luft zu schnuppern. Nach unzähligen Schnorchel- und Tauchtouren sowie dem Unterrichten in Meeresbiologie war ein weiterer Meilenstein gelegt und ich wusste, worauf ich mich später spezialisieren möchte.

Nun kommen wir zum eigentlichen Thema, nämlich „Dänemark“. Nach einigen unvergesslichen Urlauben im gelobten Land war diese eine Entscheidung leicht gefallen.  Was ein bisschen als Schnapsidee anfing, endete damit, dass ich mein weiterführendes Studium in Dänemark fortführen würde. Genauer gesagt an der „Syddansk Universitet“ in Odense. Viele Leute träumen vom Auswandern und ich stand nun vor der größten Entscheidung meines jungen Lebens. Auswandern??? Ich??? Ja gut, Zähne zusammenbeißen und ab nach Dänemark.

Eine Robbe gibt Trainerin einen Kuss auf die Nase

Kaum zu glauben, aber auch hinter diesem liebevollen Robbenkuss steckt jahrelanges Training. – Foto: © Annika Toth

Kulleraugen machen noch lange kein Kuscheltier

Jetzt sind es schon 600 Wörter und das Wort „Robbe“ taucht noch kein einziges Mal auf. Vielleicht war es nur ein Tippfehler und ich meinte Doggenflüsterin? Nein, absolut nicht! Mit der Entscheidung, ein neues Leben in Dänemark anzufangen, hat sich meine Passion für Tiere auf ein neues Level gesteigert. Als ehrenamtliche Helferin durfte ich zwei Jahre lang an der Seite von tollen Wissenschaftlern unsere zwei männlichen Kegelrobben, Nino und Oskar, betüddeln, pflegen und trainieren. Wer träumt nicht davon, diesen kuscheligen Riesen mit den großen Kulleraugen näherzukommen? Ganz genau… Jeder!

Hier kommen wir an einen Punkt, der mir ganz besonders wichtig ist. Robben sehen wirklich entzückend aus. Aber das ist auch meist das Einzige, was sie mit unseren geliebten Tiere Zuhause gemeinsam haben. Das auf dem Bauch rutschende Kindchenschema kann nämlich auch ganz andere Saiten aufziehen. Zwar in Zoos geboren, verlieren solche Tiere nie ihren Ursprung und bleiben, trotz aller Niedlichkeit, wilde Tiere. Mit viel Training, Liebe und Hingabe werden aus ihnen tolle Arbeitskollegen, allerdings nie Kuscheltiere. Obwohl beide in Gefangenschaft geboren wurden, können sie es nicht leiden, angefasst zu werden. Den Umgang, den wir mit ihnen haben, basiert auf jahrelangem Training und gegenseitigem Vertrauen. Vorsicht ist besser als Nachsicht. Doofer Spruch, aber in den zwei Jahren, in denen ich mit den Jungs arbeiten durfte, habe ich ihnen nicht ein einziges Mal den Rücken zugedreht. Vielleicht gibt dieser Umstand dem einen oder anderen eine Idee, wie es mit wilden Tieren zugehen kann.

annika_toth_autorenfoto_202Mit der Liebe zu Tieren fing alles an. Nun lebt und arbeitet die Meeresbiologin Annika Toth aus Dortmund, geb. 1991, in Dänemark.

 

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Jörg Böhm „Und süß wird meine Rache sein“ – Leseprobe

Kapitel 7
Bornholm, in der Nähe von Gudhjem

Jette Jensen hatte Angst. Sehr viel Angst. Auch wenn sie nicht genau erklären konnte, woran sie dieses beklemmende Gefühl festmachen oder wie sie es näher beschreiben sollte. Die Angst war einfach da, und sie verfolgte sie bereits ihr halbes Leben lang. Wenn nicht sogar schon viel länger.
Auch heute hatte die Angst wieder völligen Besitz von ihr genommen. Schon beim Aufstehen hatte sie gespürt, dass sich ihre Gliedmaßen schwer und unbeweglich anfühlten. Als sei ihr gesamter Körper gelähmt und nicht imstande, den Befehlen des Gehirns zu gehorchen und die Traktionen der Muskeln auszuführen. Sie war so starr vor Angst gewesen, dass sie Mühe gehabt hatte, überhaupt aufzustehen. An solchen Tagen brauchte sie immer viel länger, um in die Gänge zu kommen. Wenn sie es überhaupt schaffte. Denn normalerweise verkroch sie sich dann in ihrem Bett, zog die Decke über ihren Kopf und versuchte, wieder einzuschlafen, nur um wenigstens in ihren Träumen jener Angst zu entfliehen, die bisher nur ihr tägliches Leben bestimmte.
Zumindest noch.
Auch dieser Tag war auf dem besten Wege, ein verlorener Tag zu werden. Ein Tag, den man am besten aus dem Kalender strich. Als hätte es ihn einfach nie gegeben. Es war bereits Mittag, und sie war immer noch nicht geduscht, angezogen und bereit, diesen Tag sinnvoll zu gestalten. Das Beste aus ihm zu machen.
Sie stand barfüßig und nur mit ihrem Nachthemd bekleidet am Fenster und schaute mit leerem Blick auf die Ostsee hinaus, auf der weiße Krönchen sanft auf und ab wogten. In ihrer Hand hielt sie ihren Lieblingsbecher, in dem sich noch der kalte und abgestandene grüne Tee vom Vortag befand.
Die Angst war schon so bestimmend geworden, dass sie auch an diesem Montagmorgen nicht in der Lage war, die normalsten Dinge der Welt zu erledigen. Zähne putzen, sich anziehen oder eine frische Tasse Tee aufbrühen – Jette Jensen hasste sich dafür, und doch wusste sie, dass sie nichts dagegen tun konnte. Vielleicht war es ja doch ein Fehler gewesen, dieses einsame und weit abgelegene Gut zu kaufen, dachte sie, während ihr Blick einer Seeschwalbe folgte, die sich vom Wind federleicht durch die Seeluft tragen ließ, ehe sie als immer kleiner werdender Punkt im
sattblauen Horizont aus Meer und Himmel verschwand.
Jette Jensen liebte es, wenn der Himmel ins Meer hineinlief, als würden sie sich küssen wie ein frisch verliebtes Paar. Sie liebte die changierenden Blautöne des Wassers, die jeden Tag anders aussahen. Die Wellen, die sanft dahinglitten, nur um sich wenige Stunden später wild tosend an den Klippen zu brechen. Das Rauschen, Gurgeln und Brummen des Meeres, als würde die Ostsee singen. Mal laut und donnernd, mal flüsternd und leise.
Für Jette war das Meer über die vielen Jahre, die sie jetzt hier lebte, zu einem wahren Freund geworden. Auf das Meer konnte sie sich verlassen. Wie ein treue Gefährte, der nie von ihrer Seite wich. Es gab ihr die Sicherheit, nie wirklich allein zu sein. Das Meer war eben immer da. Sommer wie Winter. Tag und Nacht.
Genau wie ihre Angst.

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Foto: © Lara Golla

Jette lebte allein auf dem Anwesen, das hoch über den Klippen und auf einem etwas vorgelagerten Plateau stand. Zu dem Hof gehörten das weiß getünchte Fachwerkhaus mit den schwarzen, markanten Holzbalken, eine kleine Scheune, auf deren Ziegeldach ein klobiger Schornstein thronte, und ein etwas abseits stehender Schafstall, dessen terrakottafarbene Ziegel seines flachen Satteldachs jetzt im Sonnenlicht schimmerten.
Wie sie wusste, hatte das Gehöft vor Urzeiten mal einer alten Bornholmer Familie gehört, die hier Schafe gezüchtet hatte. Bis Mitte der 1980er-Jahre hatte der Bauer versucht, den landwirtschaftlichen Betrieb aufrechtzuerhalten. Doch nachdem auch auf Bornholm die Landwirtschaft ihren Niedergang erlebt hatte, war der Hof von den Besitzern verlassen worden. Und das, nachdem auch dieser entlegene Winkel der Insel wenige Monate zuvor endlich an das Stromnetz und an die Kanalisation angeschlossen worden war.
Der Hof lag abgelegen von der Hauptstraße versteckt hinter einem Hain aus Bergahorn und Ulmen. Schon bei der ersten Besichtigung hatte sie sich in dieses Fleckchen Erde und in das alte, schon etwas verfallene Anwesen verliebt. Ein perfekter Rückzugsort. Niemand sollte wissen, dass sie hier lebte. Das verwitterte Schild der Vorbesitzer an der Straße, von der der Schotterweg zu ihrem Haus abging, hatte sie noch vor ihrem Einzug entfernt. Genau wie den Briefkasten, der in schwedenroter Farbe lackiert auf einem dicken Holzpfosten direkt am Straßenrand gestanden hatte. Für jeden schon von Weitem gut sichtbar. Mit dem Postboten hatte sie ausgemacht, dass sie ihre Post im kleinen Amt in Gudhjem einmal die Woche selbst abholen kommen würde. Und das Telefon, das auf einer kleinen Anrichte im Flur stand, war mehr Zierde als Gebrauchsgegenstand. Ihre Nummer hatte sie sowieso niemandem gegeben. Sie hasste den Kontakt zu Menschen. Sie störten sie nur bei ihrer Arbeit.
Seit jeher war sie eine Einzelgängerin gewesen. Wobei das für die meisten Künstler zutraf, weswegen sich auch niemand wirklich ernsthaft Sorgen um sie gemacht hatte, als sie sich komplett aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte.
Auch das war eigentlich nur die halbe Wahrheit. Denn wenn sie ehrlich war, dann hatte sie mit diesem abgelegenen, alten Bauernhof auf der nordöstlichen Seite der Insel die Hoffnung verbunden, dass die Angst sie nicht finden würde. Dass sie der Angst endlich entfliehen könnte. Doch die Angst ließ sich nicht abschütteln, sie war wie im Gleichnis von Hase und Igel einfach immer schon da und wartete auf sie. Und sie hatte sich sogar noch verstärkt, seit Jette hier eingezogen war.
Hätte sie Kinder gehabt, dann hätte sie sich vielleicht ihnen anvertrauen können. Doch so musste sie mit diesem alles beherrschenden Gefühl ganz alleine fertigwerden. Sich einem Psychologen zu öffnen, in einer Gruppentherapie mit anderen über ihre Angst zu sprechen oder als Atheistin gar zu einem Priester zu gehen, das kam für sie nicht infrage. Es ging die anderen Menschen schlichtweg nichts an, was Jette gerade umtrieb oder wovor sie sich fürchtete. Vor ihrer Angst konnte sie sowieso niemand schützen, also war es auch nicht nötig, einem Außenstehenden davon zu erzählen. Am Ende würde man sie nur für verrückt halten. Dabei reichte es vollkommen aus, dass Jette das schon selbst oft genug tat.

Foto: © Lara Golla

Foto: © Lara Golla

Längst hatte sie sich damit abgefunden, dass die Angst wie ein inoperabler Tumor war, der immer weiter wucherte und sich hemmungslos in ihr ausbreitete. Und die einzige Aufgabe bestand darin, damit so gut es ging umzugehen und irgendwie weiterzuleben. Denn eine Heilung war ausgeschlossen.
Vielleicht muss man die Angst einfach nur als das ansehen, was sie ist, nämlich ein Gefühl, das rational nicht zu erklären ist – nicht mehr und nicht weniger, dachte Jette, während sie ein weiteres Mal an ihrer Tasse nippte. Wie ein ständiger Wegbegleiter. So wie es Tinnitus und Diabetes für andere Menschen waren. Oder wie das Meer, das unter dem Fenster rauschte. Heute war es ruhiger als sonst, denn es sollte wieder ein sonniger und warmer Frühlingstag werden, hatten sie bei P4 gesagt, dem Bornholmer Radiosender.
Und dennoch war die Angst längst mehr als ein vertrauter Weggefährte, der einem nicht mehr von der Seite wich. Die Angst hatte Jette längst alle Schönheit genommen, wie sie ihrem Spiegelbild in der Fensterscheibe entnehmen konnte. Eine Schönheit, für die sie in ihrer Jugend von den Jungs umgarnt und von den Mädchen bewundert, manchmal gar beneidet worden war.
Jetzt sah sie verhärmt aus, andere würden verbittert sagen. Ihre Haut war fahl und matt, was nicht nur daran lag, dass sie weder Gesichtspflege noch Makeup benutzte. Hals und Dekolleté waren gerötet und trocken. Ihr grauer, geflochtener und vom Schlafen zerzauster Zopf hing in ihrem Rücken wie ein verfilztes Schiffstau im Hafen von Gudhjem. Ja, Jette war schon lange nicht mehr die Frau, die sie gewesen war, bevor sie alles hinter sich gelassen hatte.
Sie schrie auf, als das Klingeln des Telefons plötzlich ihre Gedanken durchschnitt, während die Tasse mit einem klirrenden Geräusch auf den Boden krachte und in unzählige Stücke zersprang.
Wer ist das, fragte sie sich, während ihr Herz immer lauter schlug. Sie musste sich an der Fensterbank festhalten, als ihr plötzlich schwindelig wurde und sie meinte, jeden Moment umzukippen. Sie schloss die Augen und versuchte, mit kontrolliertem Ein- und Ausatmen ihren Puls zu beruhigen. Als sie sich nach dem ersten Schreck wieder einigermaßen gefangen hatte, überlegte sie für einen kurzen Moment, zum immer noch klingelnden Telefon zu gehen und den Hörer abzunehmen. Doch das Zittern ihres Körpers hinderte sie daran, auch nur einen Schritt zu tun. Fassungslos
starrte sie das Telefon an, bis das für sie völlig unerwartete und fremde Geräusch nach weiteren zehn Sekunden endgültig verstummte.
Es war das zweite Mal, dass sie angerufen worden war. Bereits gestern und nahezu zur gleichen Uhrzeit hatte sie das Klingeln so sehr erschreckt, dass sie sich beim Zwiebelnschneiden in den Finger geschnitten hatte. Und nun war ihre Lieblingstasse ihrem schreckhaften Verhalten zum Opfer gefallen.
Wer kann nur meine Nummer haben, dachte Jette, die nicht merkte, dass sie mittlerweile inmitten einer grünlich schimmernden Teelache stand. Aber auch das war ihr jetzt völlig egal. Denn das Einzige, was jetzt zählte, war die Frage, wer sie angerufen hatte. Es gab nur einen Menschen, dem sie ihre Nummer gegeben hatte. Er war der Einzige, dem sie von diesem beklemmenden Gefühl, das mit in dieses Haus eingezogen war, erzählt hatte. Und er war auch der Einzige, der sie verstand. Oder es wenigstens versuchte.
Wie immer war es kurz nach 22 Uhr gewesen, als sie ihn gestern angerufen hatte. Er hätte sie dann, so hatten sie es damals vereinbart, zurückrufen sollen. Aber das hatte er nicht getan. Und schon am Tag zuvor war er nicht ans Telefon gegangen.
Sie hatte es anders als sonst länger klingeln lassen und es sogar eine knappe Stunde später erneut probiert. Aber das Klingeln war ins Leere gelaufen. Als wäre die Person unter dieser Nummer einfach nicht mehr zu erreichen.
Jette versuchte, weiter ruhig und gleichmäßig zu atmen, während ihr Körper immer stärker zu frösteln begann. Ja, Jette Jensen hatte Angst. Todesangst sogar.

Foto: © Lara Golla

Foto: © Lara Golla

Jette Jensen fühlte sich beobachtet. Und das nicht erst seit heute. Schon seit Langem hatte sie das Gefühl, jemand sei hinter ihr her, verfolge sie auf Schritt und Tritt und wüsste ganz genau, wann sie was im Ort Gudhjem oder in der Inselhauptstadt Rönne erledigte.
Auch deshalb fuhr sie – wenn überhaupt – nur noch höchstens einmal die Woche und nie am gleichen Tag in die Stadt, parkte beim Nachbarn, um den letzten Kilometer nach Hause zu laufen, und besuchte weder Ausstellungen oder Konzerte noch ein Café oder ein Restaurant. Obwohl sie früher ein so geselliger Mensch gewesen war, der nur selten eine Einladung ausgeschlagen hatte.
Doch seit sie hier auf diesem abgelegenen Hof wohnte, hatte sie sich völlig vom Leben und aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Niemand sollte wissen, wo sie wohnte oder was sie gerade machte. Ja, dass sie überhaupt existierte.
So hatte sie Freundschaften einschlafen lassen, weil sie sich einfach bei niemandem mehr gemeldet hatte. Aufträge waren weggebrochen, weil sie für keinen Geschäftspartner mehr zu erreichen war. Selbst mit ihrem direkten Nachbarn hatte sie kaum ein Wort gewechselt, seitdem sie hier oberhalb der Klippen lebte, nur um sicherzugehen, dass man sie nicht finden würde.
Und das alles nur wegen dieser schier immer größer werdenden Angst, die sie von Tag zu Tag mehr gefangen nahm. Eine Angst, die längst ihr Leben bestimmte und sich immer tiefer in ihre Seele fraß.
Aber heute war aus diesem bisher immer nur äußerst vagen und meist befremdlichen Gefühl eine unumstößliche Gewissheit geworden, die sich fest in ihr Unterbewusstsein gegraben hatte.
Sie war entdeckt worden, trotz bester Tarnung und größtmöglicher Vorsichtsmaßnahmen. Und nun saß sie allein in ihrer abgedunkelten Küche, umgeben von toten, augenlosen Gegenständen. Ausgezehrt, kraftlos und fröstelnd.
Auch jetzt, knapp 90 Minuten, nachdem sie den Hof erreicht und alle Türen und Fenster verbarrikadiert hatte, war sie sich immer noch einhundertprozentig sicher, dass ihr jemand am Morgen zur Post nach Gudhjem gefolgt war und dort im Auto auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf sie gewartet hatte. Sie hatte gesehen, wie sich der Wagen erst dann in Bewegung gesetzt hatte, nachdem sie ihr Auto aus der Parkbucht auf die Straße gelenkt hatte. Ihr Verfolger war ihr dann bis zur Abzweigung nachgefahren, die von der Hauptstraße zum Hof ihres Nachbarn führte. Während sie in den von hohem Gras dicht gesäumten Weg abgebogen war, hatte der andere Wagen seine Geschwindigkeit gedrosselt und war langsam an der Einfahrt vorbeigefahren. Das konnte sie im Rückspiegel beobachten. Sie wusste immer noch nicht, wie sie es danach noch geschafft hatte, ihren Wagen die knapp zwei Kilometer über den holprigen Weg zum benachbarten Anwesen zu manövrieren und ihn dort neben der Scheune abzustellen. Von Angst getrieben war sie dann mit ihren Einkäufen und der Post über den Klippenkamm nach Hause gerannt, ohne sich nur ein einziges Mal umzudrehen.

Foto: © Lara Golla

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Sie war froh gewesen, dass ihr Nachbar nicht zu Hause gewesen war. Auch wenn sie nur selten ein Wort miteinander wechselten, so war er wohl der Einzige, der sie wirklich verstand. Oder der es zumindest versuchte. Ansonsten gab es sicherlich nicht wenige Menschen, die sie für verrückt hielten.
Aber niemand kannte sie und ihre Geschichte wirklich. Was sich hinter den von Wind und Wetter umwitterten Wänden ihres einst weiß getünchten kleinen Fachwerkhauses an der rauen Nordostküste Bornholms abspielte, konnte keiner erahnen. Und wer noch in den alten Bauernhof mit eingezogen war. Vielleicht hätten die Menschen sie dann anders angesehen, wenn sie es gewusst hätten.
So musste sie allein mit dem Ungeheuer fertigwerden, das sich Angst nannte und das wie ein Kind über die Jahre immer größer geworden war. Größer und hungriger. Es war so unersättlich und übermächtig geworden, dass Jette es nicht einmal mehr schaffte, der Glasbläserei nachzugehen.
Dabei liebte sie ihre Kunst, wenn sich Quarzsand, Pottasche und Kalk in ihrem kleinen Ofen zu einer weichen und kochendheißen Masse vermischten, um von ihr zu den außergewöhnlichsten Glasformen geblasen zu werden. Doch die kleine Werkstatt, in der der vorherige Besitzer seine Fische geräuchert hatte und die sie nur liebevoll ihr Paradies nannte, war schon lange nicht mehr von ihr betreten worden. Auch hier hatte die Angst ganze Arbeit bei ihr geleistet.
Dabei war die alte Räucherkammer der Hauptgrund gewesen, warum sie das Anwesen damals überhaupt gekauft hatte. Die Werkstatt war ihr Rückzugsort. Hier war sie frei und konnte das tun, was sie so sehr liebte. Einfach eins sein mit den Materialien, die ihr die Natur schenkte und aus denen sie – mit ein wenig industrieller Unterstützung – die schönsten Formen erzeugen konnte. Glas in seiner reinsten und puristischsten Schönheit.
Doch der Anruf ihres Bruders vor einem Jahr hatte alles verändert. Es war ein Dienstag im Mai gewesen, daran erinnerte sie sich auch heute noch ganz genau, und ihr Bruder hatte damals aufgeregt geklungen und nervös.
Eine lautes Geräusch riss sie aus ihren Erinnerungen und ließ sie zusammenfahren. Aufbrausende Windböen von der Ostsee fegten über ihr Anwesen hinweg und spielten wie kleine Kinder ausgelassen und schreiend Fangen.
Noch ist es nicht zu spät, dachte sie und erhob sich langsam von ihrem Stuhl, der krächzend über die ausgetretenen Küchenfliesen rutschte. Sie musste ihren Bruder erreichen. Unbedingt! Er war der Einzige, der noch alles aufhalten konnte.
Schwerfällig tappte sie von der Küche in den kleinen Flur hinüber, in dem auf einer schmalen Anrichte mit integrierter Bank ihr Telefon stand. Sie wollte gerade den Hörer von der Gabel nehmen und seine Nummer wählen, als ihr Blick auf die Post fiel, die sie vom kleinen Amt in Gudhjem mitgebracht hatte. Zwischen den Rechnungen, der ganzen Werbung und den Katalogen von Einrichtungshäusern war ein braunes, etwas dickeres Kuvert herausgerutscht.
Mit zittrigen Händen zog sie den Umschlag hervor. Als sie links oben las, wer der Absender war, wusste sie genau, was sich in diesem Kuvert befand. Am liebsten hätte sie das kleine Päckchen fallen gelassen und wäre schnell davongelaufen. Doch es hätte nichts genützt.
Langsam fuhr sie mit dem Zeigefinger die Umrisse des Inhalts ab. Das Kuvert und vor allem sein Inhalt waren der finale und unauslöschbare Beweis, dass sie damals eine falsche Entscheidung getroffen hatte. Zum zweiten Mal in ihrem Leben. Und beim ersten Mal hatte dafür jemand mit seinem Leben bezahlt.

Foto: © Lara Golla

Foto: © Lara Golla

Sie wusste, sie war nicht mehr allein. Das galt nicht für ihr Haus, ihre Festung. Hier war sie geschützt. Nein, das Böse lauerte draußen auf sie in der dunklen, finsteren Nacht, die sich sanft, aber allmächtig über die Insel Bornholm gelegt hatte.
Der Wind hatte zugenommen. Er blies landwärts, mit heftigen Sturmböen von der Ostsee, die jetzt schwarz unter den Klippen lag. Es war bereits weit nach Mitternacht, und sie konnte immer noch nicht einschlafen.
Die Fensterläden klapperten gespenstisch, der Wind jaulte im alten Schornstein, und irgendwo schepperte etwas Metallisches, als würde eine vom Sturm umgestoßene Gießkanne über den Vorhof getrieben werden. Es waren Laute, die sie kannte, an die sie sich längst gewöhnt hatte, und doch klangen die Geräusche heute anders. Lauter, penetranter, bedrohlicher. Als wüssten sie, dass sie bald nicht mehr gehört werden würden.
Die Tür der Werkstatt knarzte und schlug immer wieder mit voller Wucht gegen das schwere Eisenschloss. Dabei war sie sich sicher gewesen, die Tür vor Tagen schon fest verriegelt zu haben. Sie hatte Angst, der Wind würde wüten und ihre feinen und zerbrechlichen Glasformen zerspringen lassen. Und anders als bei Porzellan brachten Glasscherben kein Glück. Denn Gläser hatten Seelen, und man konnte sie weinen hören, wenn man seinen Finger anfeuchtete und dann mit der Kuppe über den Glasrand fuhr.
Auch wenn ihr Bauch etwas anderes sagte, sie musste nach draußen und nachsehen. Oder zumindest die Tür fest verschließen, wollte sie nicht morgen von einem bösen Scherbenhaufen überrascht werden, wenn eine Böe doch mehr zerstört hatte, als sie hoffte.
Sie konnte jemanden anrufen und um Hilfe bitten. Aber sie würde sich mit einem solchen Anruf absolut lächerlich machen, wenn ihr Nachbar extra den unbeleuchteten Klippenkamm hergelaufen käme, um für sie die Tür zu verriegeln. Am Ende würde er noch in die Ostsee stürzen, und sie wäre schuld, dass jemand ihretwegen hatte sterben müssen. Zum zweiten Mal.
Vorsichtig schloss sie die Haustür auf, an die sie gleich drei Schlösser hatte anbringen lassen.
Vor dem Haus war alles dunkel. Sie hatte schon vor Monaten die Glühbirnen aus der Fassung der Lampe neben der Haustür und aus der an der Werkstatt herausgedreht. Niemand sollte sie sehen. Nur jetzt hatte sie eben auch Mühe, ihre Umgebung zu erfassen.
Die dicken Wolken hatten den Mond zugeklebt, als erlaubten sie ihm nicht, die Erde betrachten zu dürfen. Nur langsam gewöhnten sich ihre Augen an das alles verschluckende Schwarz um sie herum. Schwach schimmerte der weiße Kies im Hof. Auch die weißen Wände ihres Fachwerkhauses hoben sich nur unmerklich von der Umgebung ab. Aber so langsam konnte sie alles erkennen. Die Bäume des kleinen Hains, in deren Blättern der immer noch kühle und teilweise stramme Ostwind rauschte. Den Klippenkamm, der sie zum Hof ihres Nachbarn führte und auf dem die Gräser und Wildkräuter jetzt ordentlich durchgekämmt wurden. Die alte Räucherkammer, die sie zu ihrer Werkstatt umgebaut hatte.
Auch jetzt wieder schlug die Tür bei jeder aufkommenden Windböe gegen den alten Holzrahmen und das schwere Eisenschloss.
Ich muss nur rüberlaufen, die Tür verschließen und wieder zum Haus spurten, ging sie in Gedanken den Ablauf ihrer nächtlichen Rettungsaktion durch. Sie erschrak, als der Wind plötzlich ein klirrendes Geräusch aus der Werkstatt zu ihr herübertrug.

Foto: © Lara Golla

Foto: © Lara Golla

Nein, bitte nicht meine Rohlinge, flehte sie gen Himmel, obwohl sie ahnte, welche filigranen Gläser da gerade zu Bruch gegangen sein mussten. Es war ihre letzte Arbeit, bevor die Angst sie zur Untätigkeit gelähmt und ihr jegliche Kreativität geraubt hatte. Es war ihr aktueller Auftrag, der schon seit gut einem Jahr ruhte, auch wenn sie sich an den weniger ängstlichen Tagen stets vornahm, ihn endlich zu vollenden.
Vielleicht kann ich meine Idee und die noch existierenden Rohlinge verkaufen, dachte Jette, und zum ersten Mal seit langer Zeit erfüllte sie ein gewisser Tatendrang. Denn wenn sie auch unentwegt Angst um ihr Leben hatte, die Angst um ihre geliebte Kunst war noch ein bisschen größer.
Sie zählte bis drei, dann huschte sie an der Wand vorbei bis zur Häuserecke. Sie schaute sich ein letztes Mal nach links und rechts um, doch niemand war zu sehen. Gleich hab ich’s geschafft, sprach sie sich Mut zu, dann lief sie das letzte kurze Stück zur Werkstatt hinüber. Mit wenigen Handgriffen hatte sie die Tür wieder verschlossen. Sie traute sich nicht, in die Werkstatt zu gehen und nach dem Rechten zu sehen.
Das kann ich immer noch am Tag machen, wenn sich der Wind etwas beruhigt hat und es wieder hell ist. Die zerbrochenen Gläser muss ich sowieso neu anfertigen, dachte sie und verschloss die letzte Hängevorrichtung. Komisch, ich habe die Tür doch fest verschlossen, und der Schlüssel hing in meiner Küche, grübelte sie, und sie fragte sich, ob sie wirklich schon unter Wahnvorstellungen oder einfach nur unter einer altersbedingten Schusseligkeit litt, als sie plötzlich hörte, wie der Kies hinter ihr knirschte und ein Schatten in ihren Augenwinkeln auftauchte.
Und da wusste Jette, dass es ein tödlicher Fehler gewesen war, nicht auf ihr Bauchgefühl gehört zu haben.

Der Autor Jörg Böhm

Foto: © Beate Zoellner

Zum Autor: Jörg Böhm war u. a. Chef vom Dienst der Allgemeinen Zeitung in Windhoek. Neben dem 1. Kreuzfahrtkrimi „Moffenkind“, den er in Kooperation mit AIDA Cruises und für die AIDAprima und deren Metropolenroute geschrieben hat, sind vier Krimis um die dänisch-stämmige Kriminalhauptkommissarin Emma Hansen erschienen. Als bester Nachwuchsautor erhielt er für seinen Krimi „Und nie sollst du vergessen sein“ den Krimi-Award „Black Hat“.

Im Kromann Restaurant in Sønderho mit vielen Teddybären.

Kuriose Kochkunst in Dänemark

Die Dänen gehen nur selten essen – und wenn sie es tun, dann passiert das bereits am frühen Abend. Da ist der rechtzeitige Feierabend gegen 16 oder 17 Uhr natürlich ein Segen. Schon um 18 Uhr hat man von daher das Gefühl, die kleinen Ortschaften abseits der Touristenzentren seien wie ausgestorben. Wenn man dann allerdings einen Blick in die nie mit Vorhängen oder Rollläden zugezogenen Fenster wirft, dann kann man dänische Familien am Esstisch sitzen sehen. Essen ist also eher Privatsache in Dänemark. Es sei denn, es stehen Familienfeiern an – dann wird gern ein ganzes Landgasthaus für den 80ten Geburtstag von Tante Olsen reserviert.

Da sich also vieles rund ums Speisen entweder in den eigenen vier Wänden abspielt oder sehr zeitig am Abend in öffentlichen Räumen, sind wir tatsächlich schon des Öfteren wieder weggeschickt worden, als wir nach 20 Uhr fragten, ob die Küche wohl noch auf hat. Diese Uhrzeit wird in Dänemark mancherorts bereits als Sperrstunde angesehen. Einmal hat man uns daher am Katzentisch platziert und vorerst ignoriert, sodass wir geschlagene 45 Minuten aufs Essen warten mussten, obwohl alle Gäste schon fertig waren und die Küche nichts mehr zu tun hatte. Die Pizza Margherita und der fuselige Rotwein waren dann zu allem Überfluss noch nicht mal billig und auch nicht lecker.

Aber es gibt ja immer zwei Seiten einer Medaille und natürlich hat auch Dänemark einige kulinarische Schmuckstücke zu bieten. So besuchten wir einmal ein riesengroßes Steakhouse in der Kleinstadt und waren um 20 Uhr fast die einzigen Gäste. Die Steaks waren großartig und das junge Servicepersonal bediente uns freundlich, obwohl es bereits auf Feierabend eingestellt war. Das war wirklich ein Beispiel für großartige Küche in Dänemark.

Dieser Artikel beschreibt eine persönliche Essenstour durch das nordische Königreich. Velbekomme!

Fisch und Fang im Wikingerland

Holms Rogeri & Restaurant auf Rømø

„Immer einen Besuch wert“, schreibt Familie Holms in ihrem Prospekt über ihr Fischrestaurant mit Räucherei und Shop. Das kann man auch bedenkenlos unterschreiben. Denn der Fisch ist immer frisch und sehr lecker! Holms Rogeri & Restaurant von Jørgen und Marianne Holms gilt seit Jahren auf Rømø als Geheimtipp. Herr Holms ist immer zu Scherzen aufgelegt und sagte mal zu uns „Ich bin nicht der Chef hier, das ist meine Frau“! Ob man auf der kleinen Insel Urlaub macht oder nur auf der Durchreise von Sylt ist: Ein Besuch lohnt sich immer! Geräucherte Fische aus eigener Räucherei, selbst die Krabben gibt es geräuchert, plus Schalentiere aller Art wie z.B. Hummer, und natürlich auch Austern. Von Frühling bis Herbst gibt es das beliebte Fischbuffet im Restaurant am Freitag und Sonntag zwischen 18:00 und 21:00 Uhr, da ist eine Reservierung tatsächlich anzuraten.

Baring Fisk auf Fünen

Baring Fisk ist leider abgebrannt. Das ist sehr tragisch für die Besitzer und es war eine super Räucherei. Vielleicht wird das Unternehmen ja eines Tages wieder aufgebaut, das würde uns sehr freuen.

Klausens Fisk in Lökken

Eigentlich war bei Klausens Fisk schon Feierabend, als wir dort ankamen. Trotzdem konnten wir noch eine super Fischplatte ergattern, zu der wir auch noch Gabeln mitbekommen haben. So konnten wir gleich im Auto speisen und hatten sogar beim Frühstück noch etwas davon, so viel frischen Fisch haben wir mitnehmen können.

Fiskehuset Thomas Hansen in Gilleleje

In Gilleleje, im Norden von Seeland, liegt das Fiskehuset von Thomas Hansen. Was für einen tollen Räucherfisch im Angebot es dort gibt! Frischer geht es zudem wirklich nicht, denn der Hafen liegt direkt vor der Tür und die eigene Räucherei verarbeitet den frischen Fisch sofort. Unsere Wegzehrung war also auch hier gesichert.

Fischgeschäft Fiskehuset Thomas Hansen in Gilleleje, Ansicht des Ladens.

Schon vor dem Fischgeschäft „Fiskehuset“ von Thomas Hansen in Gilleleje ist uns das Wasser im Munde zusammengelaufen. – Foto: © Peter Bischoff

Schnelles Essen und Ciao Pizza!

Tannhäuser Pizza Burger und Grillbar in Marielyst

In Marielyst ist an dieser Adresse die Pizza absolut empfehlenswert. Der Name mag für dänische Verhältnisse komisch klingen, dafür ist der Service umso netter. Das Restaurant ist unscheinbar, aber die Pizza ist unschlagbar und der Preis vernünftig. Hier kann die Bestellung auch auf Deutsch erfolgen, wie wohl in allen Ferienhausgebieten Dänemarks. Und Marielyst hat schließlich ungefähr 5000 Ferienhäuser! Als kleine Anekdote dazu, die ich einmal hörte: ein deutscher Tourist hat wohl auf die Anreisebeschreibung der Ferienhausagentur mit den Worten verzichtet: „Das Ferienhaus werde ich ja auch so finden“.  Das hat natürlich nicht geklappt. Ganz verzweifelt stand er im größten Ferienhausgebiet Dänemarks und musste die Notfallnummer der Ferienhausagentur wählen.

Überall in Dänemark

Im gesamten Königreich gibt es, wie wir es auch aus Deutschland kennen, an fast allen Stellen Take-aways für Burger, Sandwiches usw., was einem die schnelle Essensbeschaffung sehr leicht macht. Die meisten Anlaufstellen sind absolut okay, und auf die dänischen Pølser-Buden ist sowieso Verlass. So waren wir einmal in Dänemark unterwegs, kannten uns nicht aus und landeten in einem Pizzaservice mit Laden. Da wir wirklich Hunger hatten, nahmen wir an einem der beiden kleinen Tische Platz und bestellten Pizza. Das Ergebnis: günstig und gut!

Als wir einmal in Hvide Sande waren, sind wir schnell an einen Tresen gegangen und haben uns etwas bestellt. Die Sonne schien und neben uns saß ein lustiges Pärchen mit einem großen Hund. Er war das Format „Popeye“ und sie kam auch nicht gerade schmächtig daher. Das verwunderte nicht, denn schließlich trafen sich an der nächsten Straßenecke in einer Bar etliche Motorradtypen. Begegnungen machen das Leben erst spannend!

Burgerimbiss in Maribo

Am Dom von Maribo haben wir die wohl besten Burger des Ortes bestellt, die uns mit triefender Soße serviert wurden. Wir haben sie auf einer Friedhofsbank verspeist… Und die öffentliche Toilette am Platz wurde definitiv wichtig zum Händewaschen.

Ansicht Grillimbiss in Skive, Regenwetter.

Natürlich gibt es auch überall in Dänemark die altbekannten Grillimbisse wie hier in Skive; manchmal leider mit Schmuddelwetter inklusive. – Foto: © Peter Bischoff

Warme Restaurants und eiskalte Cafés

Restaurant Under Broen in Hvide Sande

In diesem Restaurant im Hafen von Hvide Sande sind wir per Zufall gelandet, weil die Küche des Restaurants auf der anderen Seite des Hafens, in das wir eigentlich gehen wollten, um 20.30 Uhr bereits geschlossen hatte. In dem Restaurant „Under Broen“ gibt es einen fantastischen Blick auf den Hafen gratis dazu, denn die Speisestätte liegt im 1. Stock. Hinzu kommen ein nettes Personal und eine gute sowie reichliche Küche, die für dänische Verhältnisse recht erschwinglich ist. Die Vorspeise hätte ich mir bei unserem Besuch wirklich sparen können, denn das Hauptgericht (Lachs mit Pasta) war ziemlich üppig. Und als wir gut gesättigt bezahlten konnten wir hören, wie das Personal gerade Deutschunterricht vom deutschen Koch bekam.

Restaurant Colosseum in Sønderborg

Am besten genießt man den Restaurantbesuch auf der Terrasse, denn durch die Lage direkt am Hafen kann der Blick auf all die kleinen Segelboote genossen werden, die nicht selten aus Deutschland angereist sind. Die Bedienung ist auch hier sehr jung, zumeist Schüler und Studenten. Das ist in Dänemark fast in jedem Lokal und Supermarkt so und dient der Aufbesserung des Taschengeldes. Auch hier war das Personal sehr nett und sprach zudem Deutsch beim Servieren der dänischen Hausmannskost, die auf Grund des günstigen Preises auch bei jungen Leuten beliebt ist. Ich hatte ein Smørrebrød, wirklich sehr lecker!

Restaurant Søborg in Løkken

Die Fischplatte, die wir in dem schicken Restaurant bestellten, war riesig und schmeckte bestens. Der Wein und der Aalborger ebenso. Der Service war ebenfalls gut, nur der WC-Bereich passte meiner Meinung nach nicht ganz zum modernen Ambiente des Restaurants.

Café Klint in Vordingborg

Für mich ist Eiscreme keine dänische Spezialität, die zudem noch doppelt so teuer wie in Deutschland ist. Leider mag ich auch kein Softeis… Und so war auch dieser Eisbecher im Süden von Seeland zum großen Bedauern eine Enttäuschung für mich. Aber der Kaffee war okay und draußen in der Sonne zu sitzen ist ja auch schon schön.

Schnitzelteller mit Erbsen und Bratkartoffeln im Restaurant Søborg in Løkken.

Auch unsere nordischen Nachbarn lieben deftige Hausmannskost, wie wir im Restaurant Søborg in Løkken feststellen konnten. Lecker! – Foto: © Peter Bischoff

Speisestätte Hotel

Restaurant im Hotel Fjordgården in Ringkøbing

Wir fuhren zufällig an dem Hotelgebäude mit eigenem Restaurant vorbei und weil es an diesem kalten Novemberabend gerade Abendbrotzeit war, wagten wir den Besuch in dem stilvollen Etablissement. Das Restaurant war gerade neu eröffnet worden und bietet seitdem Gerichte auf gehobenem Niveau für Gourmets mit großzügigem Budget. Steaks und Rotwein waren ausgezeichnet und der Service sehr bemüht, auch wenn er zu damaligem Zeitpunkt noch nicht ganz perfekt eingearbeitet war.

Brondums Hotel Restaurant in Skagen

Beim Museum befindet sich der Klassiker in Skagen, in dem man wenigstens einmal gespeist haben sollte. Weiße Tischdecken, altes Besteck, eine wahrscheinlich ebenso alte Kellnerin und an den Wänden Klassiker der berühmten Skagenmaler – das alles macht das Ambiente vom Brondums Hotel Restaurant aus. Die Bedienung war zwar sehr steif, aber dennoch freundlich und das Essen, natürlich Fisch, mundete ausgezeichnet. Allerdings sind die Gerichte hier recht teuer, selbst für dänische Verhältnisse.

Hotel Backhaus in Ribe

Das Hotel Backhaus ist ein wirklich schönes altes Restaurant in der Nähe vom Dom zu Ribe. Hier werden einheimische Speisen und guter Wein auf höherem Preisniveau serviert. Auch hier gilt wie in ganz Dänemark: Trinkgeld ist eher unüblich. Wer besonders zufrieden ist, kann das natürlich honorieren. Tut man es nicht, ist das aber nicht gleich ein Zeichen für Unzufriedenheit.

Hotel Harmonien in Haderslev

Auf Empfehlung eines netten Dänen gingen wir in das Hotel Harmonien, ein altes gediegenes Restaurant mit angeschlossenem Hotelbetrieb. Dort platzierte man uns direkt vor dem heißen Kamin, sodass wir fast geröstet wurden. Aber das Essen war spitze, nur sehr teuer wie fast überall in Dänemark.

Hotel und Restaurant Kromanns in Sønderho auf Fanø

An der Südspitze der kleinen Insel Fanø haben wir einmal außerhalb der Saison zu Mittag gegessen. Es war nicht viel los und es wurde super Fisch angeboten. Zudem gab es netten Service auch auf Deutsch und allerlei Teddybären leisteten uns beim Speisen Gesellschaft (siehe erstes Foto).

Dessertteller im Hotel Fjordgården in Ringkøbing, Vanilleeis, Himbeersoße und Muffin.

Manchmal darf es natürlich auch etwas Süßes sein wie das Dessert im Hotel Fjordgården in Ringkøbing. – Foto: © Peter Bischoff

Und das Ende vom Lied?

Die vielen kulinarischen Erlebnisse, die wir inzwischen in Dänemark sammeln konnten, sind so vielfältig wie das Land selbst. Wer also denkt, die Dänen würden nur Fisch, Smørrebrød und Pølser essen, der sollte sich am besten selbst einmal ein Bild von den vielen unterschiedlichen Speisekarten machen. Und gerne auch einmal etwas Neues ausprobieren, was man im eigenen Land vielleicht sonst nicht essen würde. Das erweitert auf jeden Fall den kulinarischen Horizont!

Peter Bischoff fotografiert von Nicola Rübenberg

Foto: © Nicola Rübenberg

Zum Autor: Peter O. Bischoff, seit 1982 Inhaber des Bärensong Musikverlages in Hamburg und selbst Musiker, schreibt in seinem Buch „Backstagepass“ – Anekdoten über Musikgrößen. Hier schreibt er Kulinarisches über sein Lieblingsurlaubsland Dänemark. Also über Restaurants, Bäckereien, Räuchereien etc.

Ferienhäuser auf Rømø in der Marsch.

Mit Miss Sophie unter der Dannebrog: Silvester in Dänemark

Es ist ja jedes Jahr eigentlich immer wieder das gleiche Problem: Weihnachten und der Jahreswechsel kommen „urplötzlich“ und ehe man es sich versieht, steht man unvorbereitet da. Während sich die Festtage aber noch recht leicht regeln lassen, da diese ja zumeist im Kreise der Familie begangen werden, sieht es mit Silvester schon ein wenig anders aus. „Was hast du denn so geplant?“, kommt die Frage spätestens Ende November bei Treffen mit Freunden und Arbeitskollegen auf den Tisch und ich habe mich in den letzten Jahren stets erfolgreich aus der beginnenden Jahreswechsel-Diskussion herausgewunden. „Ach, das entscheide ich ganz spontan. Es gibt ja immer genügend Möglichkeiten, wo man hingehen kann.“

Das ist doch wirklich ein Phänomen, dass man jährlich immer wieder vor dieser Situation steht. Dabei habe ich eine liebe Familie, tolle Freunde und wie gesagt, es gibt seit einigen Jahren ja auch richtig großangelegte Silvester-Partys, auf denen gemeinsam mit anderen Feierwütigen in das neue Jahr gestartet werden kann. Das hatte ich natürlich auch schon mal mitgemacht und so langsam kam mir der Gedanke, dass ich mich wohl einfach zu einem Jahreswechsel-Muffel entwickelte.

Doch nachdem ich durch meine Radurlaube, von denen ich ja auch schon in meinem Beitrag über die Margeritenroute berichtete, einige sehr unternehmungslustige Leute kennenlernen durfte, war es tatsächlich vor einigen Jahren soweit. Ich bekam eines tristen Januarabends einen Anruf von meiner Bekannten Kerstin, die mich gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten schon einmal beim Radeln durch die Landschaft an der Schlei begleitet hatte. „Henrik, wir haben eine ganz großartige Idee! Wir mieten uns für Silvester ein Ferienhaus in Dänemark und du bist mit dabei. Gemeinsam feiern, einfach abschalten und eine tolle Zeit haben. Das wird klasse!“ Was hätte ich da noch sagen sollen?

Drum prüfe, wer den Urlaub plant…

Nach diesem doch recht einseitig geführten Gespräch mit klarer Entscheidung wurde ich direkt am nächsten Tag in eine WhatsApp-Gruppe mit dem klingenden Namen „Silvester in DK“ hinzugefügt und wusste noch nicht so recht, ob ich mit der mir abgenommenen Entscheidung, den Jahreswechsel mit wem auch immer zu verbringen, wirklich gefiel. Denn bis jetzt hatte ich ja nur die Info von Kerstin und ihrem Freund Jens als Teilnehmer.

Als ich mir aber die Mitgliederliste der Gruppe durchlas, stellte ich erleichtert fest, dass ich noch drei weitere Leute von früheren Radurlauben kannte. Das beruhigte mich ziemlich, denn da wir insgesamt 10 Teilnehmer bei der Silvesterreise waren, war mir die Mehrzahl schon mal nicht unbekannt. Im Verlauf des inzwischen recht regen Chats fand ich heraus, dass noch 2 weitere Pärchen mitfahren wollten und die Nachrichten von ihnen klangen zumindest schon mal sympathisch. Vielleicht war Kerstins Idee also doch gar nicht so schlecht gewesen.

Was mich nach einigen Tagen jedoch wirklich auf die Palme brachte, war der absolut chaotische Chatverlauf. Bereits am ersten Tag sollte jeder seinen Wunsch äußern, wo genau in Dänemark wir denn gerne das neue Jahr begrüßen wollten und allein diese Frage zog gefühlte 1000 Mitteilungen nach sich. Ich verhielt mich von Anfang diplomatisch, warf zwar Südjütland und Seeland in die Runde, betonte aber direkt, dass ich mit jeder Entscheidung leben könnte. Die anderen nahmen meine pflegeleichte Haltung zur Kenntnis, allerdings folgte keiner meinem Beispiel. Leider. Denn so explodierte der Chat regelrecht unter der Last von ständigem Getippe und nach 3 Tagen ohne konkrete Entscheidung stand ich kurz davor, die Gruppe einfach wieder zu verlassen.

Eine glückliche Fügung stimmte schließlich jedoch alle milde und das Rennen machten die Inseln Rømø und Alsen. Die Grenznähe zog als bestes Argument und ich atmete erleichtert auf. Kerstin wollte auch die Suche nach einem passenden Ferienhaus übernehmen und uns die möglichen Kandidaten anschließend im Chat präsentieren. Nur kurz angerissen: auch hier entstand ein unglaubliches Chaos, welches teilweise sogar in leicht wütenden Nachrichten gipfelte. Meine Freude, als endlich ein nettes Ferienobjekt auf Rømø gefunden war, konnte ich daher nicht in Worte fassen.

Ansicht Himmel und Bäume in rosarotem Licht

Manchmal verläuft die Silvesterplanung zu Beginn leider nicht so rosig wie der Himmel sich hier präsentiert. – Foto: © Henrik R.

The same procedure as every year? Nicht ganz!

Als das Ferienhaus auf Rømø verbindlich gebucht war und jeder seinen finanziellen Anteil dafür geleistet hatte, fing ich sogleich mit dem Recherchieren an. Wie feiern die Dänen denn eigentlich Silvester? In unserer Gruppe schrieben wir fleißig, dass wir unbedingt auch ein paar dänische Gepflogenheiten mit einbinden wollten. Ich liebe es, mich über Bräuche und Traditionen zu informieren und stellte mich von daher nur zu gerne zur Verfügung, um ein paar Sachen herauszusuchen, die wir an Silvester machen konnten.

Während ich alles über Silvestertraditionen in Dänemark las, was mir unter die Augen kam, stolperte ich auch über das Thema Feuerwerk. Dass die Einfuhr von ausländischen Knallern strengstens verboten ist, wusste ich bereits und ich fragte direkt in unserem Chat, ob wir denn überhaupt was zum Böllern in Dänemark kaufen wollten. Die meisten von uns konnten sehr gut auf Raketen und Co. verzichten und als ich auch noch herausfand, dass Feuerwerk auf Rømø auf Grund der vielen Reetdachhäuser strengstens verboten ist (es wird am Strand lediglich geduldet, weil sich viele einfach doch nicht daran halten), war die Entscheidung für uns klar.

Menschen mit Schatten am Strand.

Auch gemeinsame Erlebnisse werfen ihre Schatten voraus. – Foto: © Henrik R.

In Dänemark gibt es an Silvester was auf die Glocke

Wir kamen zwei Tage vor dem Jahreswechsel in Dänemark an und jeglicher Alltagsstress (vielleicht auch noch ein wenig vom straffen Programm der Weihnachtstage) fiel von mir ab. Das ist allerdings ein Phänomen, was ich jedes Mal an mir beobachte, sobald ich die Grenze zum Königreich überquert habe. Nach dem Auspacken, dem ausgiebigen Testen von der Sauna und dem in Dänemark zum Glück total entspannten Einkaufen war es schließlich auch schon soweit. Gemeinsam stand ich mit Jens und Dirk, einem Herren von den zwei „neuen“ Pärchen, am Silvestertag in der Küche und bereitete unsere Fischplatten für den Abend vor. Außerdem hatte ich noch Kransekagestænger, also Kranzkuchenstangen, im Supermarkt erstanden, weil mir die bei meiner Recherche über traditionelle dänische Silvesteressen in diversen Foren empfohlen wurden.

Um Punkt 18 Uhr machten wir es uns schließlich um den Esstisch herum gemütlich und während wir uns all die maritimen Leckereien schmecken ließen, lauschten wir nebenbei der traditionellen Ansprache von Königin Margrethe II. im Fernsehen. Meine Dänischkenntnisse sind ja leider nicht die besten, aber ein paar Sachen verstand ich wenigstens und wir wollten schließlich so viele typisch dänische Gepflogenheiten zu Silvester mitmachen wie nur möglich. Und so wurde nach unseren leckeren Fischspeisen als Verteiler auch erst einmal ein Gläschen „Gammeldansk“ zu sich genommen. Das ist der dänische Nationalschnaps und in meinen Augen mindestens zehnmal härter als der deutsche Jägermeister. Der Stimmung tat das aber keinerlei Abbruch und der Anblick einiger verzerrter Gesichter beim Trinken war wirklich köstlich.

Wir vertrieben uns die Zeit bis Mitternacht mit Biertrinken, einer Runde mehr als wackligem Twister, Bleigießen (das Set dafür haben wir zum Glück von Zuhause mitgebracht, denn in Dänemark ist diese Form von Weissagung eher unbekannt) und natürlich mit dem altbewährten „Dinner for One“, das auch für die Dänen am Silvesterabend nicht fehlen darf. Direkt im Anschluss an den Kult-Sketch läutete schließlich das Glockenschlagen der Kopenhagener Rathaus-Uhr das neue Jahr um Punkt 24 Uhr ein und ein wirklich wunderschönes Feuerwerk über der Hauptstadt verstärkte die feierliche Stimmung noch. Ungefähr zehn Minuten später gingen wir dann auch noch nach draußen und blickten in den klaren Nachthimmel, dem ersten im neuen Jahr. Tatsächlich waren vereinzelt doch ein paar Böller zu hören, aber dennoch konnte jeder ungestört seinen Gedanken zu Vorsätzen und Wünschen nachhängen.

Fischauslage in einem Fischladen auf Rømø.

Fisch geht in Dänemark immer – und ist somit auch als Silvesteressen total beliebt. – Foto: © Henrik R.

Auf einer frischen Brise ins neue Jahr

Am Neujahrsmorgen pfiff bereits ein ziemlich scharfer Wind ums Ferienhaus und wir beschlossen am Frühstückstisch, dass wir noch ein klein wenig mit unserem Spaziergang zum Strand warteten. Einige von uns hatten eh noch mit den nicht zu unterschätzenden Nachwirkungen vom „Gammeldansk“ zu tun und beim Anblick zweier verkaterter Gestalten in der Sofaecke war ich wirklich heilfroh, dass ich nach einem Gläschen bereits wieder zu Bier übergegangen war. Dass ich durch meine nüchterne Erscheinung fast alleine den Tisch abräumen durfte, nahm ich da nur zu gerne in Kauf.

Nach einem kleinen Snack zum Mittag ging es den meisten von uns endlich wieder halbwegs gut und auch wenn der Wind nicht abgenommen hatte, machten wir uns dick eingepackt auf den Weg hinunter zum Strand. Die frische Luft tat nicht nur mir gut und während wir uns durch den Wind kämpften, wurden die Gespräche zunehmend ausgelassener. Besonders über den Silvesterabend wurde fröhlich gesprochen, die skurrilen Tanzeinlagen im Gedächtnis sorgten für ordentliche Lacher und als wir schließlich am Strand ankamen, hätten wir direkt noch einmal ins neue Jahr feiern können.

Eine Flasche Sekt fand sich auf seltsame Weise in einem der Rucksäcke und gemeinsam stellten wir uns auf, ließen die Flasche kreisen und wünschten uns noch einmal ein frohes, gesundes und glückliches neues Jahr. Der Sekt war schnell getrunken und anschließend sammelten wir Steine und Muscheln und legten einige Motive in den Sand. Zwischendurch blickte ich immer wieder zur tosenden Nordsee und dachte darüber nach, was ich in diesem Jahr alles schaffen und was ich auch ändern wollte. Die frische Brise tat meinen Gedanken dabei wirklich gut und beschwingt ging es auf den Rückweg.

Abends kochten wir noch einmal zusammen, ließen die Seele baumeln und machten uns dann schon einmal ein wenig ans Aufräumen. Morgen ging es wieder Richtung Heimat und während ich das Geschirr einräumte, war ich tatsächlich ein wenig wehmütig. Die letzten Tage waren wie im Flug vergangen und ich hätte gerne noch Zeit mit der Gruppe verbracht. Und als wir uns am nächsten Morgen auf den Nachhauseweg machten, saßen wir alle mit einem lachenden und einem weinenden Auge im Auto.

Fisch am Strand gelegt aus Steinen.

Unser „Steinfisch“ am Strand ist eine Hommage an die dänische Fischertradition. – Foto: © Henrik R.

Was habe ich mitgenommen?

Der Weg zum entspannten Silvesterurlaub war tatsächlich ein wenig holprig, was überwiegend wirklich an der Planung lag. Und das ist schon komisch, denn die Mehrzahl von uns ist ja ständig mit seinem Rad im Urlaub und koordiniert dabei feste und spontane Routen sowie das gemeinsame Radeln mit Gleichgesinnten. Wahrscheinlich lag es schlicht und ergreifend daran, dass es sich um Silvester handelte. Und da möchte wohl jeder eine tolle Zeit verbringen, hat also dementsprechend hohe Erwartungen.

Die fünf Tage, die ich dann mit alten und neuen Bekannten verbringen durfte, haben aber wirklich für all das Chaos entschädigt und ich hatte mächtig Spaß. Gemeinsam zu kochen und Spaziergänge an dem brausenden Meer zu unternehmen, tolle Gespräche und lustige Spieleabende zu veranstalten, bildete ein wahrlich abwechslungsreiches Programm. Interessant war auch, dass Dänemark trotz der Nähe zu Deutschland teilweise ganz andere Bräuche zum Jahreswechsel hat. Das Bleigießen haben wir ja aber trotzdem gemacht und uns über die Ergebnisse kaputtgelacht.

Mein Fazit lautet von daher, dass ich so einen gemeinsamen Silvesterurlaub auf jeden Fall noch einmal mitmachen würde. Gerne dann auch wieder in Dänemark, denn das kleine Königreich präsentiert sich auch zum Jahreswechsel so freundlich und entspannt wie den Rest des Jahres. Allerdings würde ich mir beim nächsten Mal eine straffere Organisation bei der Vorbereitung wünschen, aber ich bin mir sicher, dass wir alle aus den Erfahrungen gelernt haben. Und wer weiß, vielleicht schleift sich diese Reise ja so bei uns ein, dass es irgendwann heißt „The same procedure as every year“ – zu Silvester nach Dänemark.

fotogast_rad_margueritrutenZum Autor: Ich bin Henrik R., ein inzwischen passionierter Radurlauber, der in zahlreichen Urlauben sein Herz definitiv an Dänemark verloren hat. Auf meinem Mountainbike habe ich schon ganz unterschiedliche Regionen durchfahren und dabei das Land und seine Leute absolut liebgewonnen.

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Auf der Margeritenroute durch Dänemark

Eins vorweg: ein begeisterter Radler war ich nicht immer gewesen. Lieber bequem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem eigenen Auto, das war lange Zeit meine Auffassung. Wenn man in der Stadt lebt, dann ist allerdings die zweite Variante irgendwann ziemlich müßig… Zu viel Verkehr, zu wenig Parkplätze. Und sich ständig mit vielen anderen, abgehetzten Leuten in Bus und Bahn zu stapeln, macht auf lange Sicht auch keinen Spaß.

Also entschloss ich mich eines Tages, doch einfach den guten alten Drahtesel zu bemühen. Was als erstes als Pflicht begann, dem elendigen Stadtverkehr endlich ein Schnippchen zu schlagen, baute sich schließlich zur Kür aus: ich fuhr immer weiter auch außerhalb des Stadtgebietes, hinaus in die Natur und merkte mit einem Mal, wie viel Freude mir das Fahrradfahren inzwischen schon bereitete.

Daher schickte ich mein klappriges Herrenrad irgendwann in den wohlverdienten Ruhestand und legte mir ein ordentliches Mountainbike zu, mit dem ich auch längere Strecken am Stück gut bewältigen konnte. Nach und nach kamen in dieser Zeit dann auch die ersten Fahrradurlaube zustande, durch die Berge und den Schwarzwald zum Beispiel. Und als ich einen Bericht von der „Margeritenroute“ in Dänemark las, wusste ich gleich ganz genau, wohin es mich als nächstes mit meinem Bike verschlagen würde.

Schwungvoll zu den Hotspots

Dänemark habe ich schon immer sehr gerne zum Urlauben besucht. Dann aber eher als typischer Sonnenanbeter am Strand, unweit meines Ferienhauses entfernt. Als ich aber wie gesagt von der „margueritruten“ erfuhr, wie die Margeritenroute auf Dänisch genannt wird, war ich sofort Feuer und Flamme. Das wollte ich unbedingt machen! Mit über 3.500 Kilometern Länge führt sie den Dänen nach zu etwa 1.000 kleineren und größeren Sehenswürdigkeiten des Königreichs und ist selbst auf jeden Fall die längste Attraktion als schönster Weg des Landes.

Vor über 25 Jahren wurde die Route anlässlich des 50. Geburtstages von Königin Margrethe II. initiiert und sollte Touristen den Weg zu all den großartigen Sehenswürdigkeiten des Landes weisen. Ursprünglich war der Plan, dies mittels PKW zu tun (warum die vier Reifen tatsächlich hilfreich sein können, dazu später mehr), aber schon bald wurde die Margeritenroute von vielen begeisterten Fahrradurlaubern genutzt, die bis heute nicht genug bekommen können von alten Wikingerrelikten, historischer Architektur und ländlicher Idylle. Zudem wird zumeist auf Nebenstraßen geradelt, sodass man sich in dem sowieso schon eher sparsam befahrenen Dänemark nicht mit Wohnwagen oder Bussen herumärgern muss.

Schon kurz darauf begann ich mit der konkreten Planung: wo will ich lang, was will ich sehen, wie übernachte ich denn überhaupt? Pensionen sind in Dänemark ja kaum vertreten und Hotels könnten mein recht sparsames Budget ziemlich schnell auszehren. Aber da ich einen recht geräumigen Van besitze, könnte ich mich natürlich einfach dort zumindest ab und an zum Schlafen betten. Das hätte dann fast schon so einen Abenteuercharme, dem so einige arme Wesen in den Krimis von Jussi Adler-Olsen zum Opfer fallen, denn die Margeritenroute spielt in seinen Werken stets eine Rolle.

Weiße Kirche in Lysabild auf Alsen.

Weiße Kirchen wie diese hier in Lysabild (Alsen) gibt es überall in Dänemark zu bewundern. – Foto: © Henrik R.

Vier Reifen und zwei dazu? Eine gute Kombination!

Durch die wahrlich imposante Streckenlänge von 3.500 Kilometern entschloss ich mich, die „margueritruten“ nicht auf einmal zu erkunden. Neben der Sorge, dies konditionell nicht mal im Ansatz durchzuhalten, wollte ich mir einfach auch genügend Zeit nehmen, alles ganz bewusst zu erkunden. Für meine erste Rundtour hatte ich mir grob die Region Südjütland ausgesucht und konnte mich bei der Planung ziemlich frei auf der Landkarte bewegen; schließlich hält die Margerite gleich 14 Routen parat, die sowohl parallel als auch nacheinander verlaufen und somit viel Flexibilität zulassen.

Ich wollte außerdem teilweise mit dem Auto reisen, dann eine Runde mit dem Rad drehen und schließlich mit dem Fahrzeug weiterfahren. Das entspricht zwar nicht der traditionellen Vorgehensweise, wenn von einem richtigen Fahrradurlauber die Rede ist, aber ich reiste allein und da erschien mir das Auto schon als gewisse Sicherheit. Schummeln wollte ich natürlich trotzdem nicht und so einige Kilometer am Tag auf zwei Reifen schaffen.

Im Vorfelde guckte ich mir nur ein paar Eckpunkte aus, die ich auf jeden Fall abradeln wollte, der Rest ließe sich gewiss spontan entscheiden – einfach den kleinen braunen Verkehrsschildern mit Dänemarks indirekter Nationalblume drauf folgen und schon würde ich den richtigen Weg einschlagen, da war ich mir sicher.

Feld mit Mohnblumen im Vordergrund im Grenzland von Dänemark.

Bei solch einer fantastischen Landschaft kann das Radeln doch nur Spaß machen. – Foto: © Henrik R.

Spaß am Strampeln ist Pflicht

Nur wenige Wochen später war es endlich soweit und ich startete meine Tour nach Dänemark. Ich war voller Vorfreude, aber auch sehr gespannt, ob ich meine selbstgesteckten Ziele tatsächlich schaffen würde. Direkt hinter der Grenze hatte ich die Qual der Wahl: sollte ich auf die Ostseeseite fahren oder doch lieber erst die Nordsee besuchen? Da das Wetter in Dänemark ja eh immer Glückssache ist, war ich mehr als dankbar über den blauen Himmel und den Sonnenschein und schlug den Weg Richtung Tønder ein. Wie man sagt, ist die Witterung an der Ostsee ja immer ein wenig beständiger und somit wollte ich diese Chance für die andere Landesseite nutzen.

Tønder kannte ich bereits aus einigen Urlauben zuvor, grüßte die niedliche Stadt im Vorbeifahren und machte die erste Station in der Nähe der „Trøjborg Slotsruin“. Von hier aus wollte ich mit meinem Fahrrad losstarten und mir dabei direkt die Schlossruine angucken. Nach dem ersten Sightseeing-Punkt auf meiner Liste ging es dann richtig los: für heute hatte ich mir Ribe ausgesucht. Ein ziemlich sportliches Ziel gleich am ersten Tag, aber noch war ich schließlich ausgeruht. Auch wenn ich ziemlich schnell merken sollte, dass Dänemark gar nicht so platt ist wie immer behauptet wird…

Der Weg bis nach Ribe war herrlich abwechslungsreich von der Landschaft, die natürlich deutlich von der Nordsee geprägt ist, aber sich ebenfalls herrlich frisch und grün präsentiert. Schnell merkte ich, wie gut mir die salzige Luft tat und mein Tritt wurde immer runder. So erreichte ich Ribe gut gelaunt und sah mir direkt die imposante Domkirche an. Die teilweise kleinen Kopfsteinpflasterstraßen und reizenden Fachwerkhäuser hatten es mir auch sofort angetan und beim Bummeln vergaß ich glatt die Zeit. Frisch gestärkt nach einem kleinen Snack im Imbiss machte ich mich entspannt auf den Rückweg und war dann tatsächlich doch froh, als ich meinen Wagen in der Abenddämmerung auf dem Parkplatz stehen sah.

Domkirche zu Ribe im Innenraum mit Blick auf den Altar.

Das Innere der Domkirche in Ribe ist von beeindruckender Schönheit. – Foto: © Henrik R.

Vergangenheit zum Durchfahren

In den nächsten Tagen steuerte ich mit dem Wagen diverse Stationen an, setzte ich mich auf mein Bike und erfreute mich an allerlei interessanten Dingen, die ich auf meinen Wegen entdeckte. Das galt besonders für die Insel Alsen und das wirklich bezaubernde Städtchen Sønderborg. In diesem Gebiet ist schließlich sehr viel deutsch-dänische Geschichte geschrieben worden und natürlich fuhr ich auch zum „Dybbøl Banke Historiecenter“, um mir ein Stück dieser bewegten Geschichte live ansehen zu können.

Dort bekam ich interessanterweise den Tipp von einem Besucher, unbedingt auch mal die Halbinsel Djursland und vor allem den Nationalpark Mols Bjerge mit meinem Fahrrad zu besuchen. Gesagt, getan – schon am nächsten Tag machte ich mich mit dem Wagen auf den Weg und radelte dann nicht nur durch eine unfassbar tolle Natur, sondern sah mir in Ebeltoft auch die „Fregatte Jylland“ an und genoss in Grenaa die maritime Atmosphäre im großen Hafengebiet.

Leider nützte aber alles nichts, mein Urlaub neigte sich dem Ende zu… Und so packte ich schließlich mein Mountainbike schweren Herzens wieder in den Kofferraum und fuhr mit einer ordentlichen Portion Wehmut aber auch tollen Eindrücken im Gepäck gen Heimat.

Stadttor von Faaborg auf Fünen mit Blick auf die Fußgängerzone.

Das Stadttor „Vesterport“ in Faaborg (Fünen) ist ein ehrwürdiges Wahrzeichen. – Foto: © Henrik R.

Die Margerite – Liebe auch auf den zweiten Blick

Nachdem ich den Muskelkater, den ich zugegebenermaßen nach meinem Radurlaub tatsächlich bekam, verdaut hatte, plante ich umgehend die nächste Route. Das Radeln in Dänemark hatte es mir definitiv angetan. Dieses Mal entschied ich mich für einen Inselbesuch. Mein nächster Urlaub war schnell eingereicht und so konnte ich mich wieder einmal ans Planen machen. Auch dieses Mal hielt ich es hierbei recht flexibel, mein Auto wollte ich aber definitiv wieder dabeihaben.

Als ich nach einer gefühlten Ewigkeit dann endlich wieder mit meinem Rad dänische Straßen befuhr, hätte ich beschwingter nicht sein können. Auch dieses Mal hatte ich Glück mit dem Wetter, nur ein kleiner Schauer überraschte mich auf meiner Tour auf Fünen. Aber selbst bei dem schlechtesten Wetter erstrahlt „Dänemarks grüner Garten“, wie die Märcheninsel auch genannt wird, in beinahe verzauberter Atmosphäre. Hier bestaunte ich so manchen Dolmen wie zum Beispiel den bei Dreslette, schaute im „Wikingermuseum Ladby“ vorbei und war erstaunt über das Erscheinungsbild von Odense, das sich modern und doch auch altertümlich präsentiert.

Hier übernachtete ich dann auch mal in einem Hotel und machte mich schließlich mit meinem Auto über die Storebæltbrücke auf den Weg zu Dänemarks größter Ostseeinsel. Zuvor machte ich aber noch rasch einen Abstecher nach Møn, der Lieblingsinsel von Günter Grass, und radelte zu den mehr als beeindruckenden Kreidefelsen, die fast 130 Meter hoch sind. Die historischen Großsteingräber wie der „Sømarkedyssen“ aus der Jungsteinzeit sind in meinen Augen aber nicht minder beeindruckend.

Auf Seeland war ich überwältigt von der Symbiose zwischen Besiedelung und Achtung vor der herrlichen Landschaft samt kulturellen Denkmälern und die Möglichkeit, sich mit dem Rad ohne Probleme fortbewegen zu können. Gerade in Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen, die bereits mehrfach zur fahrradfreundlichsten Stadt Europas gewählt worden ist, kann man sich perfekt mittels Pedalkraft fortbewegen und gleichzeitig Kultur, Kunst und kunterbuntes Lebensgefühl genießen. Einen besseren Abschluss für meine zweite Tour auf der Margeritenroute hätte ich mir echt nicht vorstellen können.

Mann mit Fahrrad und Hund am Ufer in Südjütland.

Als Radurlauber ist es nicht schwer, neue Leute kennenzulernen. – Foto: © Henrik R.

Was habe ich mitgenommen?

Das Radeln auf der Margeritenroute ist wirklich ein fantastisches Erlebnis, welches ich jedem begeisterten Fahrradurlauber nur wärmstens empfehlen kann. Neben all der Natur, den friedlichen Dörfern, interessanten Sehenswürdigkeiten und auch modernen Städten lernt man neben dem Land auch die Leute kennen. Und obwohl mein Dänisch recht sparsam ist, so hatte ich bei meinen zahlreichen Rasten tolle und lustige Gespräche und bekam außerdem noch den ein oder anderen Insidertipp.

Aber ich kam auch immer wieder mit anderen Fahrradurlaubern in Kontakt und manche Strecken fuhr ich einfach mit mir bis dato unbekannten Radlern mit, hielt mit ihnen Rast und machte es mir mit ihnen beim Essen gemütlich. So ein gemeinsames Erlebnis verbindet sofort und mit so einigen dieser Radurlauber pflege ich auch Zuhause einen guten Kontakt.

Für mich steht auf jeden Fall fest, dass ich schon sehr bald meine nächste Tour auf der Margueritruten angehen werde. Ich bin beinahe schon süchtig nach der frischen Luft, der teilweise unberührten Natur und diesem entspannten Lebensgefühl geworden, sodass ich nur allzu gut nachvollziehen kann, warum die Dänen auch in diesem Jahr wieder zu den glücklichsten Menschen der Welt gekürt wurden. Ob ich das nächste Mal dann die Region um den Limfjord beradele oder noch höher in den Norden gehe – die Margerite wird mir mit Sicherheit den richtigen Weg weisen.

fotogast_rad_margueritrutenZum Autor: Ich bin Henrik R., ein inzwischen passionierter Radurlauber, der in zahlreichen Urlauben sein Herz definitiv an Dänemark verloren hat. Auf meinem Mountainbike habe ich schon ganz unterschiedliche Regionen durchfahren und dabei das Land und seine Leute absolut liebgewonnen.

Schloss Egeskov auf Fünen

Fünen – zwei Wochen Urlaub wie im Märchen

Im September 2016 haben wir zwei Wochen Urlaub auf Fünen gebucht, die mit 2.985 km² die drittgrößte Insel Dänemarks ist. Nach vielen Jahren an der Nordseeküste Jütlands waren wir sehr gespannt, was das Eiland zwischen dem Lillebælt und dem Storebælt wohl zu bieten hat. Die Lillebæltbro ist die älteste Hängebrücke Dänemarks und verbindet Jütland mit Fünen. Dänemarks größte Hängebrücke, die Storebæltbro, verbindet wiederum Fünen mit Seeland. Langeland ist im Süden von Fünen über Brücken erreichbar und die kleinen Inseln rings herum sind mittels Fähren alle zu erreichen.

Hinter der Brücke beginnt das Glück

Sobald wir über die dänische Grenze fahren, beginnt unser Urlaub. Die Grenzkontrollen sind schnell erledigt und die Dannebrog winkt uns zur Begrüßung fröhlich zu. Obwohl wir auf der Autobahn unterwegs sind, entschleunigt sich schon hier das Leben. Später nehmen wir auf Höhe Kolding die Lillebælt-Brücke, um nach Fünen zu gelangen. Die Insel liegt vor uns. Um unser Ferienhaus am Vejlby Fed-Strand zu erreichen, braucht es nicht mehr lange.

Nach den Tagesausflügen und um den Morgen sowie den Abend entspannt zu verbringen, benötigen wir das Ferienhaus als unsere „Hygge-Oase“. In diesem Jahr haben wir das „Capellahaus“ von dk-ferien gebucht. Die Dannebrog wehte zur Begrüßung im Garten, was uns sehr freute. Für die maximale Urlauberanzahl von 6 Personen bot unser Haus wirklich reichlich Platz. Das von uns ausgesuchte Schlafzimmer hatte sogar einen Kleiderschrank, was nicht üblich ist. Das Badezimmer präsentierte sich als kleiner, aber gut ausgestatteter Raum. Das Wohnzimmer war gut eingerichtet und empfing uns mit Kamin, großer Essecke sowie großem Wintergarten, in dem sich eine große Sitzecke befand.

Die gute Handschrift der Besitzer war durch viele kleine Details deutlich zu erkennen. Dank einer Klimaanlage war die Temperatur im Wohnzimmer auch an sonnigen Tagen gut. Um das Haus herum entdeckten wir neben Gartensitzecken mit guten Möbeln auch einen Webergrill und einen abgedeckten Sandkasten. Wir kamen zu dem Schluss, dass wir eine sehr gute Wahl getroffen hatten und würden daher das „Capellahaus“ wieder mieten.

Häusergasse in Odense mit Fahrrad vor der Haustür.

Die dänische Gemütlichkeit findet sich in jeder Gasse. – Foto: © Heike Pfennig

Warme Klamotten – wozu?

Wir waren dabei, als es Sommer im September war. Zwei Wochen voller Sonnenschein haben wir erlebt. Dass es zudem keinen Wind gab, war völlig neu für uns. Die ganze Zeit über zeigte das Meer uns seinen wunderschönen Spiegel. Was wir allerdings nicht erleben konnten, waren Wellen und tosendes Meer. Und auch der Himmel zeigte sich nur in seinen besten blauen Anzügen. All unsere ganze Wetterbekleidung, dicke Pullover, lange Hosen, Halbschuhe, Mütze und Schal haben wir nicht gebraucht. Das Kaminholz, welches wir vorsorglich am ersten Tag besorgt hatten, lag am Ende unseres Urlaubs immer noch im Kaminkorb. Einfach fantastisch!

Picknickbank im Hafen auf Fünen mit Blick auf die Lillebæltbro.

„Hyg dig!“ Picknickbänke mit tollem Ausblick gibt es überall. – Foto: © Heike Pfennig

Früchte und Gemüse
Gebäude und Strände

Gerne wird Fünen als Garten Dänemarks oder Märcheninsel beschrieben. Und so ist Fünen tatsächlich. Wir fuhren auf den kleinen Straßen, abseits der Autobahn. Über Hügel auf und ab schlängeln sie sich über die Insel. Als wir so gemütlich hinauf und hinab fuhren, wirkte es wie auf einem kleinen Boot bei leichtem Wellengang. Wir fuhren aber auch durch enge Kurven, sogar S-Kurven gibt es, 6% Gefälle ebenfalls, und Straßen, die direkt um einen Hof herum führen. Wir konnten ganz in Ruhe die Landschaft und die Insel bestaunen. Unser Weg führte uns vorbei an gelben Stoppelfeldern, Gemüse- und Blumenbeeten, durch Wälder mit mächtigen Bäumen und wir fanden nebenbei noch die Zeit, stattliche Bäume hier und da zu bewundern.

Wir passierten saftige Kuhweiden und Pferdekoppeln und immer wieder gab die Natur den Blick zum Meer frei. Als wir auf dem Weg von Middelfart nach Strib waren, begeisterte uns der Ausblick auf die Lillebæltbro. Von der einst kämpferischen Zeit zeugen auch heute noch Kanonen am Badestrand von Strib. Wir fuhren über einen Damm, als wir nach Helnæs aufbrachen, eine Halbinsel südlich von Assens. Als wir den Hügel hinauf fuhren, hatten wir einen traumhaften Blick über die Insel.

Wir fanden überall Rastplätze oder Picknickbänke, ob im Wald, am Straßenrand, im Hafen oder am Strand. Stets luden sie uns zum Verweilen ein. Wir gönnten uns einen Kaffee und ließen die Seele baumeln, genossen einfach das Hier und Jetzt, um dann fröhlich unseren Weg fortzusetzen. An kleinen Ständen konnten wir Marmelade und Kaminholz, Gemüse und Obst der Jahreszeit wie Kartoffeln, Äpfel und Pflaumen kaufen, und kleine Dannebrogs wiesen uns den Weg zu den Ständen. Wir konnten alte reetgedeckte Häuser und Höfe bewundern, die sich hier und da in die Hügellandschaft schmiegen. Überall leuchten weiße Kirchen. Alte Mühlen zeigen uns ihre Schönheit, herrliche Schlösser stehen hier und dort. An allen Orten konnten wir sattes Grün und herrliches Blühen entdecken und an einigen Stellen blühten sogar noch Sonnen- und Mohnblumen.

Ob Gras-, Stein- oder Sandstrand, wir verweilten immer an schönen Naturstränden. Die Steilküste auf Helnæs und Fyns Hoved begeisterte uns, auch wenn diese auf Fünen ebenfalls hyggelig ausfällt. Die Leuchttürme auf Fünen, die wir gesehen haben, sind nicht öffentlich zugänglich oder so klein, dass man sie leicht übersehen kann. In Strib befindet sich der für uns schönste Leuchtturm. Hoch erhobenen Hauptes steht er an einem schönen öffentlichen Badestrand mit Blick auf die Lillebæltbro.

Steilküste auf Helnæs mit Blick auf die Ostsee.

Auf der Märcheninsel präsentiert sich selbst eine Steilküste verträumt, wie hier am Strand von Helnæs. – Foto: © Heike Pfennig

Wie eine Perlenkette

Wie eine Perlenkette ziehen sich die kleinen Orte über die Insel. Wir waren auf den Straßen von Middelfart, Assens, Faaborg, Svendborg, Bogense und Odense unterwegs. Eine Einkaufsstraße war überall zu finden. Diese luden uns zum Schlendern ein und wir guckten hier und da auch mal in einen Laden hinein. Alles war entspannt, kein hasten und rennen, kein drängeln und schubsen, kein meckern und schreien. Lediglich in Odense mussten wir aufpassen, denn dort haben Radfahrer Vorfahrt. Bänke luden uns allerorten zum Verweilen ein. Dann saßen wir einfach nur, genossen das Flair und die Zeit. Wir wanderten durch die hyggeligen Altstadtgassen. An die schmalen Kopfsteinpflasterstraßen schmiegen sich kleine, bunt gestrichene Häuser. Vor so manchem Eingang zieren Blumenkübel das Haus und bei unserem Aufenthalt blühten sogar noch die Rosen vor den Häusern. Es scheint, als wäre die Zeit in diesen wunderschönen Gassen einfach stehengeblieben.

Wir wandelten in Odense auch auf den Fußspuren von H.C. Andersen und entdeckten viele seiner Märchenfiguren im Stadtbild. Wir kauften Softeis, Ristet-Hotdog, Polsmix, KaiKage und auch Dagmartarte. Diese Leckereien müssen einfach sein in unserem Dänemarkurlaub. Die kleinen malerischen Häfen fanden wir unweit der alten Gassen. Dort konnten wir neben Fischerbooten und alten Seglern auch so manche teure Jacht bestaunen. Im Hafen von Middelfart und Svendborg kauften wir leckeren frischen Fisch. Es war einmal vor langer Zeit…. In der Tat, Fünen ist eine märchenhafte Insel mit wundervollem Garten.

Bunte Häuserzeile in Odense.

Odense mit seinen bunten Häuschen ist auch heute noch ein märchenhafter Ort. – Foto: © Heike Pfennig

Museen und Zeitreise

Das Angebot der Insel wird durch eine Vielzahl von Museen und offenen Schlössern ergänzt, jedoch haben die meisten von ihnen im September leider nicht mehr geöffnet. In Odense besuchten wir das Freilichtmuseum „Den Fynske Landsby“, das Museum und Geburtshaus von H.C. Andersen, das in der Nähe von Svendborg gelegene Schloss Egeskov und das Fjord-Bælt-Centre in Kerteminde. Von Den Fynske Landsby und Schloss Egeskov waren wir begeistert.

Wie in einem Dorf zu H.C. Andersens Zeiten konnten wir in Den Fynske Landsby wandeln. Dort sind 25 Höfe von ganz Fünen und seinen Inseln wieder aufgebaut. In jeden Hof, in die Schule, Schmiede und Ziegelbrennerei haben wir geschaut. Haben einen Blick in Schlafzimmer, Küchen und Stuben gewagt. Wir kamen uns vor wie im Märchen. Und wenn in der Ferienzeit dann alles auch noch zum Leben erwacht, ist es mit Sicherheit einfach der Hammer.

H.C. Andersens Geburtshaus ist sehr klein und hat einen hübschen Garten, in dem Blumen wachsen, die der Märchendichter einst beschrieb, erzählte uns dort die freundliche Angestellte. Über den Werdegang und das Leben des Dichters informiert das H.C. Andersen Museum. Da wir weder der dänischen noch der englischen Sprache mächtig sind, konnten wir die Informationen nur anhand der Bilder, Dokumente und Fotos nachvollziehen. Dennoch lohnt sich aber ein Besuch.

Als ein wahres Märchenschloss präsentiert sich das Schloss Egeskov, welches das besterhaltene Wasserschloss Europas ist. Uns alles anzuschauen, haben wir nicht geschafft. Das Schloss ist zu besichtigen, die riesige Gartenanlage ist imposant, es gibt eine tolle Sammlung an Feuerwehrfahrzeugen, eine große Halle mit Motorrädern jeden Alters und eine Halle mit Oldtimern. Für leuchtende Kinderaugen sorgt ein großer Spielplatz mit Baumwipfelpfad. Obwohl der Eintritt ziemlich hoch ist, lohnt sich jede Öre. Es sollte aber schon ein ganzer Tag für den Besuch eingeplant werden, wenn man alles ansehen und genießen möchte.

Hof mit roter Fassade im Museum "Den Fynske Landsby".

Über solche Höfe wandelte auch schon H.C. Andersen. – Foto: © Heike Pfennig

Wissenschaft: ja
Touristenattraktion: nein

Mit sehr gespalteten Gefühlen verließen wir allerdings das Fjord-Bælt-Centre in Kerteminde. Auf Grund unserer Informationen sind wir einfach mit anderen Vorstellungen dorthin gefahren. Aber im Gegensatz zu unseren Erwartungen war das Forschungszentrum recht klein. Zu den Aquarien in Hirtshals oder Grenaa ist das überhaupt kein Vergleich. Zu den Gezeiten gibt es gute Informationen, auch zum Leben im Meer und ein paar wenige, sehr undurchsichtige Aquarien sind auch vorhanden. Als große Enttäuschung erwies sich der Unterwassergang. Der Gang ist sehr künstlich angelegt und da es nur kleine Fenster zum Meeresbecken gibt, konnten wir kaum etwas sehen. Unser Glück: es war gerade Fütterungszeit, so konnten wir gut die Robben und Schweinswale beobachten, die für Forschungszwecke im Meereszentrum gehalten werden.

Unser Fazit

Rings um Fünen herum liegen so einige Eilande; wir haben die grüne Insel Langeland besucht. Die malerische kleine Stadt Rudkøbing bereisten wir ebenso wie das Dovn Klint mit dem unweit gelegenen Keldsnor Leuchtturm im Süden der Insel. Die Natur zeigte uns hier einen Strand mit vielen Steinen und eine Steilküste. Ein schönes Fleckchen Erde.

Die zwei Wochen auf Fünen sind wirklich wie im Flug vergangen. In unserem Gepäck nehmen wir viele schöne Eindrücke und Erlebnisse mit. Beeindruckt haben uns am meisten die Städte Middelfart, Bogense und Rudkøbing (Langeland), auch Odense als große Stadt, die so vieles verbindet. Für uns der Hit waren Schloss Egeskov und Den Fynske Landsby. Als schönste Naturerlebnisse empfinden wir Helnæs, Fyns Hoved und Dovn Klint (Langeland).

Leider werden nun auch in Dänemark in Strand- oder Hafennähe Bauklötzchenhäuser mit Eigentumswohnungen gebaut und anderswo im Hafen eine schnurgerade Hafenpromenade mit unschönen Häusern errichtet; das fanden wir nicht so toll.

Wir haben aber noch längst nicht alles gesehen, von daher: Fünen, wir werden wiederkommen. Hej, hej!

Zur Autorin: Ich bin Heike Pfennig, 55 Jahre jung und ein absoluter Dänemarkfan. Ich liebe die Jammerbucht, mit ihren rauen Küsten, die Westküste mit ihren Inseln, die Ostküste mit den naturbelassenen Stränden. Es gibt immer Neues zu entdecken, im Land wo meine Seele frei ist.

Foto: © dk-ferien

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